Der Bund der Steuerzahler hat in seinem diesjährigen "Schwarzbuch" 128 Fälle von Fehlplanungen, Kostenexplosionen oder unnötige Reisen angeprangert. Dabei erreichte die Verschwendung von Steuergeldern in diesem Jahr nach Einschätzung der Organisation einen neuen Höchststand. In den vergangenen Jahren seien rund 30 Milliarden Euro an Steuergeldern verschwendet worden. "Wir gehen in diesem Jahr davon aus, dass die Summe größer ist", sagte Verbandspräsident Karl Heinz Däke. Dies sei auch auf die Finanzkrise zurückzuführen.
So seien die Milliardenverluste der Staatsbanken "wegen der geringen Kompetenz" der Aufsichtsräte überproportional höher gewesen als die der Privatbanken.
Je weiter man liest, desto schlechter wird einem:
Beispiele für die angebliche Verschwendung von öffentlichen Geldern fand die Organisation überall in der Republik. So verschenke Berlin demnach de facto drei Millionen Euro Steuergelder an den Golfclub Wannsee. Der gut situierte Club schloss für die Nutzung des Geländes einen Erbbaurechtsvertrag für eine Einmalzahlung in Höhe von rund drei Millionen Euro ab. Laut Steuerzahlerbund wäre es für die Stadt möglich gewesen, das Doppelte zu erlösen, weil der Club 2010 seine Gemeinnützigkeit verlieren wird.
Die Stadt Köln leistet sich laut Schwarzbuch einen Schildbürgerstreich der besonderen Art. Dort werden den Angaben zufolge 100.000 Euro im Jahr ausgegeben, um den Heinrich-Böll-Platz mehrmals täglich abzusperren. Der Grund dafür sind Proben der Philharmonie unter dem Platz. Die Schallisolierung sei so schlecht, dass sich jeder Rollkoffer oder Stöckelschuh auf dem Platz im darunter liegenden Orchestergraben akustisch bemerkbar mache. Ein Umbau wäre auf lange Sicht billiger, mahnte der Steuerzahlerbund.
Und das sind nur zwei Beispiele.

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