Im folgenden Beitrag spreche ich über Pädophilie, damit sind Personen gemeint, die sich sexuell (ausschließlich) von Minderjährigen und insbesondere Kindern angezogen fühlen. Über wen ich nicht spreche sind Sexualstraftäter, die sich an Minderjährigen vergehen. Interessanterweise sind nach Schätzungen jedoch nur 2-10% dieser Täter auch tatsächlich pädophil."Es darf keine Denkverbote geben." so kommentierte Angela Merkel Schäubles verfassungswidrige Pläne, enführte Passagiermaschinen abzuschießen.
Interessant hierbei: Denkverbote darf es aus Regierungssicht nur dann nicht geben, wenn es um die Beschneidung von Bürgerrechten geht. Dreht sich die Diskussion allerdings um die allgemeine Handlungsfreiheit abseits von dem, was heute legal ist, sieht die Sache schon ganz anders aus.
Ein bezeichnendes Beispiel dafür ist die kürzlich neu angefachte Diskussion über Kinderpornographie. Wer hier versucht zu argumentieren wird ganz schnell in eine Ecke mit Kinderschändern gestellt, denn hier geht es schließlich um die Kinder und wer sich auch nur traut zu hinterfragen, muss selber einer von "denen" sein.
Das Problem beginnt schon beim Begriff Kinderpornographie. Einige Verbände fordern eine Unterscheidung zwischen "Kinderpornographie" und "dokumentiertem Missbrauch von Kindern", denn die Bilder, die Frau von der Leyen unbedingt aus dem Internet rauszensieren möchte, haben mit Pornographie, wie man es aus dem allgemeinen Sprachgebrauch kennt, nichts zu tun. So fallen nicht nur Bild- und Videomaterialien mit tatsächlich missbrauchten Kindern in den juristischen Begriff der Kinderpornographie, sondern ebenso Zeichnungen, Literatur und sogar medizinische Schriften.
Doch halt... Wer genau muss denn bei fiktiven sexuelle Handlungen mit fiktiven Kindern geschützt werden? Da hatte unsere Familienministerin zum Glück gleich eine Erklärung zur Hand: Wer sich jeden Tag durch Bilder mit nackten Kindern klickt, wird selbstverständlich sofort angefixt und muss quasi konsequenterweise anschließend Kinder missbrauchen.
Diese Logik hat sie wohl noch aus alten CDU-Lehren nach denen jeder homosexuell wird, der mit homosexueller Erotik in Berührung kommt. Gottseidank hat Frau von der Leyen die Lage rechtzeitig erkannt und hat die Internetzensur eingeführt, denn selbst die Zehntelsekunde, die wir zum Wegklicken brauchen, könnte uns unmündigen Bürger überwältigen und wir wären für immer pädophil.
Da es in Deutschland glücklicherweise keine Denkverbote geben darf, gehe ich einen Schritt weiter: Die Kriminalisierung von Kinderpornographie (im Gegensatz zum dokumentierten Missbrauch an Kindern) führt zu nichts weiter als zur Kriminalisierung von Pädophilie.
Nun betrete ich ein weiteres (zumindest von Union und SPD) unbedachtes Feld, denn meiner Meinung ist Pädophilie keine Krankheit sondern eine sexuelle Neigung (z.t. wird Pädophilie auch als sexuelle Störung bezeichnet, aber das sagte man früher ebenso über Homosexuelle, deshalb bin ich als Laie lieber vorsichtiger). Erst die Unterdrückung dieser Neigung macht krank. Fakt ist, dass Pädophile per Definition (wer des griechischen mächtig ist, kann mir hoffentlich folgen, alle anderen bitte wikipedia benutzen) Kinder
lieben - so seltsam das auch klingen mag - und sie nicht quälen wollen. Dass diese "Liebe" nicht sein darf und die Betroffenen mit niemandem darüber sprechen können oder wollen ergibt sich nicht aus gottgegebener Natur oder Gesetze, sondern aus unserer Gesellschaft und ihren ungeschriebenen Gesetzen (vgl. Römer und Griechen). Wer zugibt pädophil zu sein oder pädophile Neigungen zu haben, wird meist automatisch als Monster oder Unmensch abgekanzelt und aus der Gesellschaft ausgestoßen - genauso wegzensiert, wie Frau von der Leyen es wollte. Doch es handelt sich hier um Menschen, die meist selber nicht wissen, wie sie mit ihren Neigungen umgehen sollen. Sie und ihre Probleme verschwinden nicht einfach indem man sie totschweigt und verbietet.
Man kann Menschen nicht verbieten. Egal wie unangenehm es Einigen auch sein mag, sind sie trotzdem Teil unserer Gesellschaft.Menschen brauchen ein Ventil für ihre sexuellen Neigungen. Das wusste sogar schon die Kirche im "finsteren" Mittelalter und gestattete daher auch Prostitution um Vergewaltigungen vorzubeugen. So betrachtet, wirkt die damalige Zeit fast heller und aufgeklärter als die heutige.
Was wir "ihnen" nicht geben können sind echte Kinder. Das ist jedem klar und darüber will niemand streiten. Aber wieso nicht Zeichnungen, Gemälde und Literatur? Hier wird die zwingende Notwendigkeit einer Unterscheidung zwischen Pornographie und dokumentiertem Missbruach deutlich. Diese Art von "Kinderpornographie" sollte nicht verboten werden, denn sie schützt niemanden und kriminalisiert nur.
Die Angst, Pädophilie würde durch eine Lockerung des § 184b StGB "hoffähig" werden, ist ebenso absurd. Eine Akzeptanz dieser Neigung bedeutet mitnichten automatisch, dass pädosexuelle Beziehungen gestattet werden sollen. Aber es ist wichtig, dass solche Personen sich und ihre Neigungen akzeptieren können, nur so können sie lernen, damit zu leben ohne sich als Aussätzige zu fühlen und dadurch den Bezug zu Recht und Unrecht zu verlieren.
Bis dies ein Thema sein kann, über das in unserer so aufgeklärten Gesellschaft offen diskutiert werden darf, werden noch einige Dekaden vergehen, doch ebendieser offene Diskurs wird immer wichtiger.
Menschen dürfen nicht mehr für ihre Natur verantwortlich gemacht werden, nur weil einige von uns nicht über den Tellerrand blicken wollen.